press reviews

ludwigsburger kreiszeitung

january 2011

Ästhetik im Namen der Sonne

Compagnie Tanz Raum widmet sich Ägyptens Kultur

Sind Fresken tanzbar? Der Auftritt der Kreuzlinger Tanzkompagnie Tanz Raum im Kunstzentrum Karlskaserne gibt die Antwort: Ja. Die 1997 von Claudia Heinle gegründete Compagnie beschäftigt sich ausschließlich mit Ägypten. Entsprechend fundiert ist ihr Stück Akhou, das speziell die altägyptische Kunst und Mystik zur Grundlage hat.

Die Figur, die still auf dem Boden im Hintergrund hockt, strahlt die Ruhe und die königliche Würde einer Sphinx aus. Sie schaut auf den Mann und die Frau, die auf ihre großen tamburinartigen Instrumente schlagen. Durch die Trommelfelle scheint Licht: Mond und Sonne stehen sich gegenüber. Dann erhebt sich die dunkel Gewandete, kämpft mit einer Tänzerin in Weiß. Geschmeidig drehen sie sich, perfekt in ihrer Synchronität. Auch hier wieder die nur abgebildete, nicht schauspielerisch ausgelebte Dualität, dieses Mal von Gut und Böse. Die Compagnie erzählt keine Legenden, sondern vermittelt Ruhe und Zentriertheit, wie sie Riten innewohnt. Und sie zeigt eine Ästhetik, die sie bei intensiven Studien über das alte Ägypten entdeckt hat.

Zwei Jahre haben Claudia Heinle und die Tänzerinnen Caroline Chevat und Karin Schemmann geforscht, in Büchern und vor Ort. In Reliefs und Wandmalereien haben sie das hohe Körperverständnis der alten Ägypter gesehen, wie Claudia Heinle sagt. „Die konnten auch Unsichtbares wie das Atmen in ihrer Kunst sichtbar machen“. In ihrer Choreographie und der Musik dazu findet das ebenso Widerhall wie die Verehrung der Sonne als Grundprinzip. Die Hieroglyphe akhou  bezeichnet ihr glänzendes Licht. Die Compagnie hat die Bewegungsabläufe von Kampfkünsten, Ritualen und Tänzen studiert, wie sie in den erhaltenen Bildern dynamisch und ausführlich dargestellt wurden. Dann hat sie „die Fresken zum Leben erweckt“, so Claudia Heinle im Gespräch nach der von 100 Gästen besuchten, ausverkauften Aufführung. Die Compagnie hat also eigenen Bewegungen für die alten Bilder gefunden. Rat erteilte dabei der mit körperlichen und geistigen Praktiken vertraute Yogi B. Khane und die Ägyptologin G. Khane. Vieles was die Compagnie zeigte, ist laut Heinle noch nie zuvor getanzt worden. Auch die damalige Kleidung wurde gründlich studiert. Anni Mewes hat für Akhou Gewänder abgeleitet, die den Eigenwert und traditionellen Platz der Schönheit postulieren.

Mit ihrer Arbeit will die Compagnie Tanz Raum ein klischeefreies Bild der nahöstlichen Tanz und Musikkultur vermitteln und daran erinnern, dass Ägyptens Erbe „eine wesentliche Grundlage der europäischen Kultur bildet“. Dabei arbeitet sie eng mit ägyptischen Künstlern zusammen. Nach Ludwigsburg kam Ibrahim El Minyawi, einer der weltweit besten Tabla Spieler. Er hat Tänzerin Caroline Chevat als Tabla-Spielerin ausgebildet. Ein Teil der Komposition für Akhou stammt von Georges Kazazian, ein anderer Teil wurde direkt mit Musikern in Ägypten produziert.

südkurier
january 2011

Nach dem Tanz absolute Stille

Kreuzlingen – Drei weiße Säulen aus Licht vor einem schwarzen Hintergrund. Die Aufmerksamkeit ist komplett auf die drei Tänzerinnen gerichtet.

„Ich glaube, jetzt müssen wir klatschen“, flüstert einer der Zuschauer immer noch im Bann des Schauspiels. Doch keiner will der erste sein, die dramatische Stille im Saal des Dreispitz in Kreuzlingen hält an. Kein Flüstern, kein Rascheln, kein Husten. Nur die Tänzerinnen sind zu hören, als sie sich barfuss von der Bühne schleichen. Die Zuschauer dagegen sind in atemlose Stille gehüllt. „Khaout“, das Ritual der Trance, hat die knapp 200 Anwesenden in eine Art Dämmerzustand versetzt.

Nach einer gefühlten Ewigkeit wird die ehrfurchtsvolle Stille dann endlich durchbrochen, tosender Applaus. Die Premiere von „Akhou getanzte Bilder aus dem alten Ägypten“ der Companie Tanz Raum ist gelungen. Jahrelang haben sich Caroline Chevat, Claudia Heinle und Karin Schemmann auf diesen Augenblick vorbereitet. Zweieinhalb Jahre Kulturgeschichte, Schweiß, Stress und Freude. Zusammen mit dem ägyptischen Musiker Ibrahim El Minyawi sind die drei Tänzerinnen bis ins alte Ägypten vorgedrungen, haben die 5000 Jahre alte Tanzkultur in sich aufgenommen und umgesetzt. Im Land der Pharaonen haben die Künstlerinnen Grabstätten und Tempelanlagen besucht, Malereien sowie Bilder studiert und sind fern ab des Tourismus’ traditionellen Stockkämpfen nachgegangen.

Die Arbeit und der zeitliche Aufwand haben sich gelohnt, Regisseurin Michaela Bauer: „Die Atmosphäre ist absolut gelungen.“ Die engagierten Frauen lassen sich zu Recht feiern. Für die eineinhalbstündige Aufführung haben sie keine Mühen gescheut und die musikalische Begleitung der Tänze zusammen mit professionellen Musikern in Ägypten aufgenommen. Dominiert wird diese lebendige Musik von den markanten Trommelrhythmen der Duf und Dahulla. Heute kaum noch gespielt, präsentieren Caroline Chevat und Inbrahim El Minyawi ihre Fähigkeiten an diesen Instrumenten sogar live. „Ibrahim ist der virtuoseste Spieler, den ich kenne“, kommentiert Chevat das Spiel des Ägypters. Das sehen auch die Zuschauer so, nervös sitzen sie auf ihren Plätzen und können es doch nicht vermeiden, dass zumindest die Füße im Takt der Trommeln mitwippen. Für kurze Zeit liegt Ägypten mitten in Kreuzlingen und dieses aufwändige Projekt von der Companie Tanz Raum wird eine internationale Plattform für Tanz und Musik aus Ägypten. „Der ägyptische Tanz ist die Wurzel von allem, er drückt Erdigkeit, Vielfältigkeit und Stolz aus“, beschreibt Caroline Chevat die Eigenschaften dieser Kunstform. Dennoch sind zweieinhalb Jahre für eine Produktion eine lange Zeit, die auch an den Künstlerinnen gezerrt hat. Doch sie seien von Anfang an sehr motiviert gewesen, erzählen die drei, und haben sich gegenseitig immer wieder aufgebaut.

Wenn die Luft dann doch einmal draußen war, ist Michaela Bauer eingesprungen. „Es ist ein Geschenk, mit diesen professionellen Künstlerinnen zusammenzuarbeiten, sie können alle Ideen auf der Bühne nahtlos umsetzen“, freut sie sich. (Kritik zur Premiere von Akhou der Cie tanz raum)

Kreuzlinger Zeitung

Die Reise des Lichts

Companie Tanz Raum feiert Premiere im Dreispitz
In ihrem neuen Programm Akhou findet die Companie Tanz Raum inspiriert durch die Kunst und Mystik des alten Ägypten, eine zeitlose Tanzsprache.

Durch einzigartige Projekte begeistert die Companie Tanz Raum seit Jahren ein internationales Publikum für die reiche Tanztradition Ägyptens. Bereits 2008 lockte sie 1200 Besucher mit dem Stück „Abyad“ in die Kreuzlinger Dreispitzhalle. Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen für die neue Bühnenproduktion auf Hochtouren. In Akhou sind die Kunst und Mystik des alten Ägypten Inspirationsquelle für Bewegung, Tanz, Choreographie, Musik und Komposition. „Unser neues Programm Akhou regt zum Nachdenken über unsere eigene kulturelle Herkunft an und erinnert daran, dass das Kulturerbe Ägyptens eine wesentliche  Grundlage der europäischen Kultur bildet“, beschreibt die Gründerin der Cie Tanz Raum ihr künstlerisches Anliegen.

Für ihre Arbeit zur Vermittlung eines klischeefreien Bildes einer jahrhundertealten nahöstlichen Tanz- und Musikkultur und ihrer choreographischen Einbettung in eine eigene moderne Tanzsprache blickt Claudia Heinle auf eine langjährige Zusammenarbeit mit ägyptischen Künstlern und eine Vielzahl von Aufführungen auf Bühnen und Festivals in Europa und dem Nahen Osten zurück. In ihrer aktuellen Tanzproduktion hat sie mit Caroline Chevat, Leiterin der Musikproduktionen des Labels Tanz Raum, hochkarätige ägyptische Musiker wie den Weltklasse Trommler Ibrahim El Minyawi, einen der interessantesten zeitgenössischen Komponisten Georges Kazazian aus Kairo und junge talentierte koptische Musiker aus Mittelägypten eingebunden.  Wie Inhalt und Tanzsprache stammen auch die Kompositionen für Akhou aus Ägypten. Ein Teil der Musik stammt aus der Feder von Georges Kazazian, ägyptisch-armenischer Komponist. Seine vielschichtigen Klangvariationen  sind zutiefst aus der alten Geschichte des Landes inspiriert. Darüber hinaus wurden 2009 eigens für Akhou in Mittelägypten Tonaufnahmen mit jungen koptischen Musikern gemacht. Ibrahim El Minyawi und Caroline Chevat spielen live auf Rahmen- und  Basstrommeln.

Altägyptische Kultur immer noch aktuell

Die Hieroglyphe akhou bezeichnet das glänzende Licht der Sonne. Um ihren Symbolgehalt zu verstehen, muss man tief in die Mystik der 4000 jährigen altägyptischen Geschichte eintauchen. Im alten Ägypten war der höchste Gott ein transzendentes Wesen, für welches die menschliche Vorstellungskraft nicht ausreichte. Sonne und Mond entstanden aus dem Einen: jenem, was das Licht gibt. Das Licht von Sonne und Mond war die Äußerung der alles belebenden Schöpferkraft, deren Wirken die Welt sichtbar und begehbar machte. Die Reise des Lichts begann mit dem Sonnenaufgang im Osten, nahm ihren Lauf über das Himmelszelt nach Westen, um dann in die Unterwelt abzutauchen, diese zu durchqueren um am nächsten Morgen wiedergeboren werden zu können. Der Kreislauf der Sonne bestimmte den Tages- und Jahreslauf, in ihr manifestiert sich schöpferische und zerstörerische Kraft, sie ist der Inbegriff irdischen und ewigen Lebens. Damit das Licht Leben und in weiterer Bedeutung Erkenntnis schaffen konnte, wurden Rituale abgehalten. Musik und Tanz sollte den göttlichen Geist dazu bewegen, sich im Tempel und im Menschen niederzulassen. Im Zyklus des Lichts lässt sich das Prinzip der Dualität erkennen, eines der Grundpfeiler der altägyptischen Mystik. Nur zwei Dinge gemeinsam ergaben ein Ganzes: Sonne und Mond, Licht und Dunkelheit, Leben und Tod, Einatmen und Ausatmen, das Männliche und das Weibliche.  Aus der Erkenntnis dieser Polaritäten entstand der Gedanke an deren Vereinigung, die sich in der göttlichen Ewigkeit manifestierte. Es galt, die Kräfte der Trennung zu überschreiten, die innere Einheit zu verwirklichen. Dieses Bewusstsein erlaubte dem Suchenden den Weg der Einweihung zu beschreiten, der im Erdenleben beginnt,  nach dem Tode in der Unterwelt fortgesetzt wird und zur  Unendlichkeit führt.

Die Reise des Lichts
„Der Stoff für die Tanzperformance entspringt dieser geistigen und ästhetischen Welt. Akhou stellt die Reise des Lichts – und in tieferer Bedeutung die Reise der Seele tänzerisch und musikalisch dar, erläutern die Tänzerinnen Claudia Heinle, Caroline Chevat und Karin Schemmann.  „ Die Bilder in Akhou sind in ihrer Schönheit und Harmonie von Langsamkeit und Achtsamkeit durchwirkt. Es ist als würden wir in eine andere Zeitzone eintreten, in der sich die Schnelllebigkeit unserer Zeit auflöst. Wir beschäftigen uns mit dem Wirken der schöpferischen Kräfte in ihrer Gegensätzlichkeit und die Überwindung dieser Kräfte, im Kampf, in der Trance, in der Andacht, im Tanz und in der Ekstase.“

Idrijske Novice
october 2010
Ples – Plesni klub Idrija siri plesna obzorja
Egipcansi plesi v Magazinu

Letos bo na jesenski delavnici paucevala Claudia Heinle

IDRIJA – Plesni klub v Idriji tudi letos organizira plesno delavnico, na kateri bo poucevala plese iz Egipta in rituale starodavnih casov Claudia Heinle iz Svice. Ta se bo v Idriji mudila v soboto in nedeljo, 16. in 17. oktobra.

thurgaukultur
october 2009



Meisterhafte Tablah-Varationen

Dank «Abyad» und dem Kreuzlinger Tanz Raum erlebten World-Music-Liebhaber in Kreuzlingen letztes Jahr einen ägyptischen Frühling: Traditionelles Kulturerbe, instrumentale Variationen des Baladi mit virtuoser Perkussion. Aufgefallen sein dürfte Ibrahim el Minyawi Perkussions-Enthusiasten schon länger. Wie kein zweiter verkörpert der Tablah-Meister erdgebundene Rhythmen seiner ägyptischen Heimat, verbunden mit Sensibilität, über 40 Jahren Erfahrung und dem Willen, neuen Ausdruck und innovative Variationen im Spiel zu finden. Schon der erste bei Tanz Raum erschienene Tonträger Ibrahim El Minyawis mit Sohn Ali, «Daqat il Qalb», vereinte mitreissende Improvisationen traditioneller ägyptischer Rhythmen. Noch feiner und unabhängiger im Spiel mit Tempo und im Ausdruck präsentieren sich Vater und Sohn auf «Daquat II». Die Trommel, so unmittelbar und differenziert zu Klang gebracht, ist solistisch jedem Melodieinstrument ebenbürtig.  (spy.) (Daqat II -  Ibrahim el Minyawi – CD release)

laut.de
september 2009
Keine sinnentleerten Bewegungsschablonen und keine schemenhaft erkennbaren historischen Bedeutungswurzeln. Statt dessen sinnlich erfahrbare und geschichtlich “sinn”-volle, musikalisch bewegte Überlieferung. Kein durch die Globalisierung verwässerter Kulturaustausch, der durch das Diktat des Marktes auf erfolgreiche Kommerzialität getrimmt, die ägyptische Musiktradition dem europäischen Ohr schmackhaft machen will, sondern die Bewahrung des Wahren – und deshalb Schönen. Das ist die Aufgabe, die sich Claudia Heinle und Caroline Chevat setzen.  …
“Der Auftritt des Tanz Raum Künstlerkollektives mit der Cie Al Fajr in der Bibliothek von Alexandria 2009 hat deutlich gezeigt, dass die Botschaft einer europäischen Tanz-Compagnie, die sich für die Traditionen einer Kulturregion interessiert, eine berührende Botschaft für die Menschen dort ist”, sagt Heinle, “das Erstaunen des Publikums darüber, dass Tänzerinnen aus Europa ein so tiefes Verständnis für die Musik und den Tanz der eigenen Heimat entwickeln können, war ihm deutlich anzusehen.”

Warum? Weil der Tanz Raum keinen Kultur-Reimport unter europäischen Betrachtungsgewohnheiten und Weichspültendenzen leistet. Und das wiegt schwer!

1999 beginnt der Tanz Raum seine Aktivitäten in Ton und Bild zu dokumentieren. Zehn Jahre später umfasst sein Back-Katalog zehn CDs und zwei DVDs. …

Kulturelle Dokumentation im Sinne ethnologischer Forschung und Erhalt der überlieferten Musik und Tänze, stehen von Anfang an ganz oben auf dem Labelprofil des Tanz Raums. Mit diesem Konzept und den einzigartigen Aufnahmen erarbeiten sich die gebürtige Französin Caroline Chevat und Claudia Heinle aus Deutschland einen hervorragenden Leumund in Szenekreisen. Der kommt nicht zuletzt von der Euphorie, der Begeisterung und der Energie, mit der sie sich ihrer Sache widmen. Regelmäßige Reisen nach Ägypten sind dabei Selbstverständlichkeit und Voraussetzung. …

Fremdheit durch Nähe überwinden! Mit dieser Philosophie leistet der Tanz Raum nicht nur (s)einen Beitrag für Integration und friedliches Miteinander. Interessierten Ohren stellt er zugleich einmalige Hörbeispiele der reichhaltigen Musiktradition Ägyptens zur Verfügung, nach denen sich Ethnologen noch die Finger lecken werden. Herzlichen Glückwunsch zum Zehnjährigen, Tanz Raum.

(tanz raum, Label Portrait auf Laut.de, dem größten Internetportal für Musik in Deutschland: http://www.laut.de/vorlaut/feature/22873/index.htm)

laut.de
august 2009

Das moderne Ägypten steht gemeinhin nicht im Fokus kultureller Beobachtung durch den Westen! Warum eigentlich nicht? Gebiert doch das Land am Nil bereits 3000 vor Christus eine der ältesten Hochkulturen der Menschheit, deren Erbe bis heute Millionen von Menschen in seinen Bann zieht. In erster Linie denken wir jedoch an alte Pharaonengräber, Pyramiden und die Sphinx, wenn das Wort Ägypten fällt. Selten bis nie kommt uns das aktuelle, kulturelle Schaffen in den Sinn und auch die Musikszene der arabischen Republik stösst nicht auf das Interesse europäischer Ohren. Diesen Umstand zu ändern, hat sich der tanz raum vorgenommen. Das Label, das die Kunst des ägptischen Tablavirtuosen Ibrahim el Minyawi zur Verfgung stellt, setzt sich seit vielen Jahren intensiv mit der Kultur Ägyptens und ihrem künstlerischem Ausdruck auseinander. “Ibrahim habe ich 1992 erstmals auf der Bühne erlebt. Er hat bei einem internationalen Festival mit einer Gruppe von ägyptischen Knstlerinnen und Künstlern mitgespielt. Dort sah ich ‘the real thing’, und wenn man ‘the real thing’ sieht und hört weiss man plötzlich ganz genau, was vorher nicht so ganz gestimmt hat”, erinnert sich Claudia Heinle, eine der beiden Labelleiterinnen, an das Schlüsselerlebnis. Sieben Jahre später erscheint die erste von heute zehn Tanz Raum-CDs el Minyawis, der auf eine lange und vielseitige künstlerische Karriere zurück blickt. Von Kindesbeinen an widmet der Perkussionist, der 1940 im oberäptischen El Minya zur Welt kommt, sein Leben der Musik. Aufgewachsen mit den traditionellen Rhythmen seiner Heimat, zählt er heute zu den weltweit anerkannten Virtuosen seines Hauptinstruments, der Tabla. Dabei verliert er seine kulturellen Wurzeln nie aus dem Blickfeld.

(Ibrahim El Minyawi Künstlerportrait auf Laut.de, dem größten Internetportal für Musik in Deutschland:  http://www.laut.de/wortlaut/artists/e/el_minyawi_ibrahim/index.htm)

radio france clulure
paris, june 2009
Emission des “Vivants et des Dieux” présenté par Michel Cazenave sur France Culture consacré au spectacle “Roda ou le jardin des désirs” . (Cie Al Fajr – Création “Roda”)
al ahram hebdo
cairo/alexandria,
february 2009
Les danseuses d’Al Fajr,  dans leur spectacle intitulé “Une odeur de brise” – Shemm En Nassim“, ne sont pas tombées dans le piège de l’imitation. Elles ont su avec justesse « s’inspirer» du mouvement et de la cadence. Elles ont su s’approprier l’esprit et l’âme de cette danse traditionnelle et millénaire pour ensuite la convertir au rythme de la modernité sur une musique, selon Kazazian lui-même, « difficile et qui ne fait pas danser ». (Cie Al Fajr – création “Schemm En Nassim)
glattaler
zurich, february 2009
Ägypten hat weit mehr zu bieten als Pyramiden und Mumien. Das hat Claudia Heinle mit ihrem Tanz in der Oberen Mühle bewiesen. Mit wiegenden Hüften und stampfenden Füssen wirbelt Claudia Heinle über den Boden. Kraftvoll und elegant drückt sie verschiedene Emotionen aus. Mal melancholisch und ruhig, mal aufbrausend wie ein Wirbelwind oder fröhlich leicht. Heinles Darbietung deckt sich kaum mit der gängigen Vorstellung vom orientalischem Tanz. Weder offenes Haar oder nackter Bauch, noch durchsichtiger Soff oder Klimpermünzen. All dies hat sie nicht gebraucht, um einen authentischen Zauber östlicher Kultur im Kulturzentrum zu hinterlassen. (Claudia Heinle,  solo performance,  “Voices of Egypt”)
cultura
irun, january 2009
La vision de la muerte en el Antiguo Egipto es el hilo tematico de Visita Hacia Maat, segundo obra de Ainhoa Izzagirre, … Y justo cando el publico esta disfrutando mas, el espectaculo se terminada, al obtener el alma de Ainhoa Izagirre el acceso a esa vida superior que, en el caso del espectaculo, se traduce en una buena salva de aplausos. (Ainhoa Izagirre in her solo performance “Hacie via Maat”)
tanz oriental
november 2008
Lange, durchgehende Gewänder, das eine Mal auch Hosen, eine anderes Mal eng geschnitten, dann wieder weit schwingende Röcke in mehreren Sofflagen, das Haar meist verhüllt mit Tüchern – wie zufällig übernehmen die Tänzerinnen Claudia Heinle, Karin Schemmann und Caroline Chevat den Rhythmus der Tabla. Die Körper schwingen und wippen auf und ab, nehmen Tempo auf und gleiten mit raumgreifenden Schritten über den Boden. Wie mit unsichtbaren Fäden verbunden, bewegen sich die Tanzenden harmonisch im selben Energiefeld. Akzente mit Hüften, Oberkörper, Schultern geben ihrem Tanz eine kraftvolle Ausstrahlung, während sparsame Bewegungen der halb erhobenen Arme ihnen Schwerelosigkeit verleihen. Es scheint als seien sie mit Himmel und Erde verbunden. Traditionelle ägyptische Musik und Lieder bilden die beinahe meditative Grundlage. Fließend, selbstbewusst entfalten die Frauen ihre Tanzbilder. Während des gesamten Tanzstückes entstehen neuerlich faszinierende Eindrücke, die aus Feierlichkeiten oder rituellen Zeremonien vertraut erscheinen. So stehen zu Beginn der Performance die Farbe Weiß, der Atem, und die spiralförmig kreisende Bewegung der Geburt als Anfang allen Entstehens im Mittelpunkt. Und nach und nach entwickeln sich erneut andere getanzte Lebenszyklen, umrahmt von live gespielten Trommelsoli. Die beiden Musiker Ali und Ibrahim el Minyawi (Vater und Sohn) entlockten den Zuschauern hoch verdiente Beifallsstürme. Abyad ist eine sehenswerte Tanzperformance, die aus dem überlieferten Kulturschatz der „Mohamed Ali Street“ schöpft und gleichzeitig mit einer westlich geprägten choreographischen Ausdrucksform, mit zauberhaften Kostümfarben und modernem Lichtdesign etwas Neues schafft, das dennoch wie zufällig ein vertrautes Lebensgefühl erzeugt. (Cie tanz raum im Programm “Abyad”)
schwäbische zeitung
february  2008
Die reiche Musik- und Tanztradition der Tanzproduktion Abyad unter künstlerischer Leitung von Claudia Heinle drückte vor allem Emotionen aus – Freude Trauer Befreiung und Lebensenergie. Die Ästhetik des Tanzes der ausdrucksstarken Tänzerinnen wurde durch die sorgfältige Auswahl und die Farbenpracht ihrer Kleidung unterstützt. Eine faszinierende Mischung aus Tradition und Moderne. (Cie tanz raum im Programm “Abyad”)
seetratsch
february 2008
Die Vorankündigungen von Abyad hielten was sie versprachen. Einfach nur toll, die Tänzerinnen Claudia Heinle, Caroline Chevat und Karin Schemmann und die Musiker Ali El Minyawi und Ibrahim El Minyawi. (Cie tanz raum im Programm “Abyad”)
kreuzlinger zeitung
february 2008
Abyad begeisterte mit Tanz und Perkussion im Dreispitz. Dreimal präsentierte die Compagnie Tanzraum am Wochenende ihre Performance. Die Compagnie riss das Publikum im Dreispitz mit und entfaltete ein farbenfrohes und faszinierendes Märchen wir aus Tausend und einer Nacht. Für die Samstagabend-Vorstellung mussten 150 weitere Stühle aufgestellt werden, um dem Andrang gerecht zu werden. (Cie tanz raum im Programm “Abyad”)
südkurier
constance, february 2008
Das Interesse am thematischen Kulturprogramm der Compagnie Tanzraum unter Leitung der Choreographin Claudia Heinle, mit Performance, Workshop, Vortrag und Photoausstellung war groß. Die Premiere von Abyad wurde im ausverkauften Dreispitz mit viel Applaus bedacht … ein Kaleidoskop an Farben und Bewegungen das Musik und Tanz zu einer Einheit verschmelzen ließ. Die Perkussionisten, glänzten mit ihren Soli. Was die beiden darboten war weit mehr als Perkussion. Insbesondere Ibrahim el Minyawi beeindruckte durch seine unglaubliche Fingerfertigkeit. Ein charismatischer und begnadeter Musiker… Abyad begeisterte das Publikum, das ohne Zugabe nicht gehen wollte. (Cie tanz raum im Programm “Abyad”)
tanz oriental
october 2008
Die CD Al Masdar des Musiklabels Tanz Raum präsentiert bekannte oberägyptische Musiker aus Luxor. Der Titel bedeutet „Quelle“, und die Musikstücke bringen ursprüngliches Liedgut eindrucksvoll zu Gehör. Erwähnenswert ist auch das 23 Seiten umfassende Booklet der CD Al Masdar mit Ausführungen über das Entstehen der Musikaufnahmen, die Feste, die Instrumente, das Musikerleben. Schöne schwarzweiß Photos der Musiker von Caroline Chevat in ihren traditionellen Galabeyas und Fotos zum kulturellen Leben komplettieren das Album. (tanz raum music label)
tanz oriental
october 2008
Die Musiker Ibrahim el Minyawi (Tabla, Dahulla), Mostafa Sax (Saxophon) und Farouk Mohamed Hassan (Akkordeon) widmeten diese CD der Baladi- Kunst in der ägyptischen Musik. Während ihrer 35 Jahre dauernden Freundschaft und Zusammenarbeit trafen sie sich zum ersten Mal wieder in Kairo nicht zur öffenlichen Aufführung, sondern ausschließlich für diese einmalige Studioaufnahme. Entstanden ist dabei das Album Saltana mit neun Einspielungen. Eine sehr schöne Version von Tamra Henna, sowie je eine Komposition von Farid el Atrach und Kazim el Seher geben das absolute Baladi Feeling wieder – sehr traditionell ohne Verstärker oder Synthesizer. Hervorragende Improvisationen des Akkordeons, die arabesken Passagen des Saxophons und die gefühlvollen Trommelsoli geben zu Recht Anlaß, diese Musik als „äyptisch populären Jazz“ zu bezeichnen. Ein Musterbeispiel echten Baladi Stils und ein Genuß für dessen Fans. (tanz raum music label)
tages anzeiger
zurich, august 2008
An den trainierten Beinen erkennt man in Claudia Heinle vom Tanz Raum die Tänzerin. Sie öffnet die Eingangstür des Tanzhauses Zürich an der Wasserwerkstrasse und zeigt die verschiedenen Säle. Zum fünften Mal führt Heinle mit Caroline Chevat, Marie al Fajr, Ibrahim El Minyawi und Ainhoa Izagirre die internationale Tanzwoche für ägyptischen Tanz und Musik durch. Bis Freitag füllt sich das Tanzhaus Zürich mit weiteren Lehrern, Musikern und 60 Schülern, aus Spanien, den Niederlanden, Schweden, Deutschland, Frankreich, Algerien, dem Libanon, Australien und der Schweiz.  …. Dass sich der Tanz Raum sogar zum Musiklabel weiterentwickelt hat, entstand aus der Not heraus. „Da es für unsere Art zu tanzen nur sehr wenig brauchbare Musik auf dem Markt gibt, entschieden wir uns diese selber zu produzieren. Das ist die einzige Möglichkeit das Repertoire zu erhalten“ erklärt Heinle. Mit Ibrahim el Minyawi, der seit den 70er Jahren in London lebt, haben sie einen der besten Tabla Spieler aus Ägypten in ihrer Seite. Einmal im Jahr reisen sie zu dritt nach Ägypten. Dort ziehen sie von Dorf zu Dorf, bringen traditionelle Musiker zusammen und gehen in Kairo ins Tonstudio, wo sie die Klänge auf Band verewigen. Schon viele große Musiker, mit denen sie zusammengearbeitet hatten, sind inzwischen verstorben. Die Künstler nehmen ihre Genialität mit ins Grab, denn es gibt manchmal keine Nachfolger. Die Aufnahmen werden ohne Computer produziert. Auf diese Weise entstanden bereits zehn CDs – die ägyptische Version des Buena Vista Social Club sozusagen. Daß sich mit Heinle und Chevat zwei Europäerinnen um den Erhalt des ägyptischen Kulturguts kümmern irritiert in Ägypten niemanden. Auf Heinle´s aktuelle Bühnenproduktion „Abyad“ folgte sogar eine Einladung für ein Festival in Beirut. Als Künstlerin aus Europa ist das eine große Ehre. (Cie tanz raum, Zurich Summer Dance, tanz raum music label)
geste
magazine culturelle
automne 2007
Rencontre avec Marie Al Fajr: Ce sont les hasards de la vie, les „chemins de traverse“ tout autant que sa passion pour le mouvement et sa familiarité avec le monde arabe qui ont conduit Marie Al Fajr à la danse d´Egypte. Renouant avec les racines populaires rurales et avec la dance de cour du repertoire classique, sa gestuelle ancestrale, dans la pureté de ses lignes, trouve des accents étonnament contemporaines et évoque une sensualité suggestive, loin de l´imaginaire orientaliste. Marie Al Fajr revient pour nous sur l´histoire de cette pratique qui réconcilie les contraires et cultive les paradoxes, entre spécificité égyptienne et influences multiculturelles, tradition et innovation plastique, à l´image de la société égyptienne d´aujoudhui. …..

(choreographe Marie al Fajr et sa création “Schemm en Nassim” 12 pages interview with Marie Al Fajr with five large photos. For full article please contact www.revue-geste.fr. The magazine costs 10 Euro.

südkurier
constance, april 2004
Ibrahim el Minyawi ist ein Virtuose der es mit musikalischen Schwergewichten wie Zakir Hussain aufnehmen kann. Zwei Stühle, zwei Tablas – mehr benötigen Ibraim El Minyawi und sein Sohn Ali El Minyawi …in der vollbesetzten ehemaligen Paulskirche zeigte er in zwei etwa 40 Minuten langen Stücken die ganze Bandbreite filigranen ägyptischen Tablahspiels. Von den fordernden tiefen Bassschlägen bis zu den zärtlichen mit den Fingerspitzen geführten Verzierungen. Ein ägyptisches Feuerwerk der Meisterklasse. (Ibrahim El Minyawi & Ali El Minyawi)
le progres
lyon, fevrier 2004


Caroline Chevat, une passionee de musique et de danse. Pianiste depuis l´enfance, Caroline Chevat cultive autres talents. Danseuse et photographe, elle s´est aussi investie dans la sauvegarde de musiques traditionnelles d´Egypte.
intendant  stadttheater konstan, january 2000
Das Video ihrer Tanzperformance Aluaan habe ich gesehen. Ich bin sehr beeindruckt! Alles Gute für die Zukunft für den tanz raum, herzlich  Reiner Mennicken.
magazine l´express
february 2002
Dépouillée des costumes tapageurs et des attitudes douteuses, cette danse est redevenue ce qu’elle est : un art. Avec Marie Al Fajr et Alessandro el Bascioni, Suraya Hilal donne à ce qui n’était que de simples danses de village un caractère universel. Majestueux, enracinés dans le sol, centrés, les trois danseurs, dont certaines attitudes évoquent des personnages des fresques de l’Egypte antique, communiquent une énergie tout en subtilité. (Marie Al Fajr and the Cie Hilal Dance in the production “Al Janub” produced by Claudia Heinle)
avantage
paris, february 2002


Villageoises, Tziganes ou royales, mille danses ont rythmé l’histoire de l’Egypte avant de se dénaturer dans le folklore touristique. Ethnologue, historienne et artiste, Suraya Hilal a enquêté pour nous les restituer, dans toute leur jeunesse, leur vivacité et leur complexité. Accompagnée par les musiciens du Nil et deux danseurs émérites, dont la très belle Marie Al Fajr, elle nous offre une bouffée de soleil dans la grisaille parisienne. (Marie Al Fajr and the Cie Hilal Dance in the production “Al Janub” produced by Claudia Heinle)
westdeutsche zeitung
february 2002
The company moves through the space with upright, elegant steps. Moods change with the music and the autthentic, multi-layered garments, (…) solo(s) are filled with dramatic tension. (Marie Al Fajr and the Cie Hilal Dance in the production “Al Janub” managed by Claudia Heinle)